Spirituelle Praxis f├╝r andere

Gemeinsame Meditationen und Gebete f├╝r das Wohlergehen, die Gesundheit und ein langes Leben f├╝r uns selbst und andere

Wenn Menschen an schweren Krankheiten oder anderen Hindernissen leiden oder nachdem sie gestorben sind, kann man buddhistische Kl├Âster oder Praktizierende darum bitten, f├╝r sie entsprechende Rituale durchzuf├╝hren, Gaben darzubringen und Gebete oder Mantras zu rezitieren. Diese Anfragen k├Ânnen wir an entsprechende Meister, Kl├Âster oder Retreat-Pl├Ątze weiterleiten. Auch haben wir manchmal die M├Âglichkeit, wenn qualifizierte Lehrer, M├Ânche oder Nonnen aus verschiedenen Kl├Âstern unser Zentrum besuchen, entsprechende Rituale durchzuf├╝hren, an denen dann Beteiligte oder Angeh├Ârige teilnehmen k├Ânnen.

Aber wir k├Ânnen auch selbst etwas f├╝r uns und andere tun. Daher f├╝hren wir manchmal kurzfristig verschiedene ├ťbungen im Zentrum durch, jedoch hat es ÔÇô auch f├╝r die Praktizierenden selbst ÔÇô einen viel gr├Â├čeren Nutzen, wenn solche ├ťbungen mit mehreren Mitgliedern des Sangha gemeinsam stattfinden und sich die Praktizierenden damit vertraut machen, bevor eine schwierige Situation eintritt. Dabei k├Ânnen unterschiedliche Methoden angewendet und durch regelm├Ą├čige ├ťbung vertieft werden. Diese k├Ânnen sich auf Mitglieder des Sangha oder ihre Angeh├Ârigen, auf Betroffene von Ungl├╝cken oder Katastrophen auf der ganzen Welt, aber auch auf die Entwicklung des Dharma und das lange Leben der gro├čen Lehrer, die zum Nutzen der Wesen wirken, beziehen.

Im Vajrayana-Buddhismus gibt es viele Methoden und Anwendungsm├Âglichkeiten, um Hindernisse und ung├╝nstige Umst├Ąnde zu beseitigen und positive Entwicklungen zu unterst├╝tzen. Einige haben bereits verschiedene ├ťbungen kennengelernt, die wir gemeinsam zum Wohl und Nutzen anderer anwenden k├Ânnen. Dazu geh├Âren Meditationen und Mantra-Rezitationen ├╝ber Liebe und Mitgef├╝hl, Reinigungs├╝bungen, Meditationen in Verbindung mit verschiedenen Formen der Tara, dem Medizin-Buddha und anderen Verk├Ârperungen von Weisheit und Methode. F├╝r manche Situationen sind eher friedvolle Methoden geeignet, w├Ąhrend f├╝r andere Situationen auch kraftvolle Methoden erforderlich sind. Sehr wirksame Methoden des Schutzes und der Heilung stehen auch mit friedvollen und kraftvollen Aspekten von Padmasambhava (Guru Rinpoche) in Verbindung. Im Zusammenhang mit dem Prozess des Sterbens gibt es au├čerdem besondere ├ťbungen mit Buddha Amitabha. So f├╝hren wir regelm├Ą├čig die Phowa-Praxis zur ├ťbertragung des Bewusstseins zum Zeitpunkt des Todes f├╝r uns und andere durch. Ebenso wichtig sind aber auch die Methoden, dieses Leben zu erhalten und f├╝r unsere Gesundheit zu sorgen, damit wir diese kostbare menschliche Existenz sinnvoll f├╝r uns und andere nutzen k├Ânnen. Dies bedeutet auch, dass wir nicht nur zu unserem eigenen Wohl praktizieren, sondern auch Methoden kennenlernen, die wir f├╝r andere ausf├╝hren.

Um diese Methoden anzuwenden, ist es notwendig, diese zu ├╝ben, BEVOR wir oder andere in eine schwierige Situation geraten. Wenn eine solche Situation eingetreten ist, hat man oft nicht mehr die Zeit und Kraft, sich damit zu befassen. Man kann nur noch vereinfachte Aspekte nutzen und andere um Unterst├╝tzung bitten. Solange wir jedoch selbst dazu in der Lage sind, k├Ânnen wir lernen, was wir f├╝r uns und f├╝r andere tun k├Ânnen. Wenn wir eine Praxis f├╝r andere durchf├╝hren, hei├čt es au├čerdem, dass dies noch mehr Nutzen f├╝r uns hat, als w├╝rden wir sie nur f├╝r uns selbst durchf├╝hren. So, wie wir nach den karmischen Gesetzm├Ą├čigkeiten z.B. nur durch Gro├čz├╝gigkeit eigenen Wohlstand erlangen k├Ânnen, wird auch unser Leben stabil, wenn wir uns f├╝r die Gesundheit anderer einsetzen und unsere Praxis entsprechend widmen. Unsere Lebenskraft und unser Wohlergehen nimmt zu, wenn wir etwas f├╝r das Leben und Wohlergehen anderen tun und unsere Praxis entsprechend ausrichten. Daf├╝r ben├Âtigen wir selbst eine gewisse Stabilit├Ąt, Kraft und Weisheit, die wir durch die ├ťbertragungen, Unterweisungen und die eigene Praxis entwickeln. Wenn wir dann etwas von diesem Leben und unserer Zeit anderen widmen und nicht nur f├╝r uns allein praktizieren, sondern diese Methoden auch auf andere anwenden, gibt dies unserer Praxis einen tieferen Sinn und konkreten Bezug zu unserem Leben.

Fortgeschrittene Praktizierende k├Ânnen ihre Praxis zum Wohl anderer ausf├╝hren und gleichzeitig weniger fortgeschrittene daran teilnehmen lassen, bis diese selbst gen├╝gend Erfahrung haben. Durch die gemeinsame Praxis findet ein Austausch statt, sodass wir auch in schwierigen Situation nicht allein sind, sondern uns auf einen Sangha st├╝tzen k├Ânnen. Eine Gemeinschaft hat mehr Kraft als jeder einzelne, sodass sie auch weit dar├╝ber hinaus wirken kann. Ich w├╝rde mich daher freuen, wenn einige Praktizierende an solchen Treffen im Zentrum teilnehmen w├╝rden (siehe hier). Es k├Ânnen ggf. begleitende Seminare eingerichtet werden, um verschiedene Methoden kennenzulernen, entsprechende Belehrungen zu besprechen und gemeinsam zu ├╝ben, sodass wir nach und nach auch komplexere ├ťbungen durchf├╝hren k├Ânnen, die in manchen F├Ąllen angebracht sind. Wenn ihr weitere Vorschl├Ąge habt, was ihr gern machen w├╝rdet, k├Ânnt ihr sie gern mitteilen und wir k├Ânnen ├╝berlegen, wie wir diese umsetzen k├Ânnen.

M├Âge es f├╝r viele von Nutzen sein.

T├Ąndsin T. Karuna