Licht, das die Dunkelheit durchbricht

 16,95

von Jigten Sumgön

Aus dem Tibetischen von Jan-Ulrich Sobisch
88 Seiten, Engl. Broschur, Fadenbindung

14,5 x 21,8 cm

ISBN 978-3-933529-14-5

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Nicht vorrÀtig

Artikelnummer: 500-112 Kategorien: ,

Beschreibung

Jigten Sumgön (Vajrayana-Meister des 12. Jahrhunderts)  – Die Meditationsanweisungen alter Meister sind sehr klar und kurz gehalten.
Daher eignen sie sich besonders gut fĂŒr Menschen, die in der tibetisch-buddhistischen Meditation schon geĂŒbt sind. Sie können diese direkten Unterweisungen zur Hand nehmen, um ihre Praxis zu vertiefen.

Rezension

Licht, das die Dunkelheit durchbricht

Dr. Thomas Lautwein

(geb. 1963 in Freiburg im Breisgau, Studium der Philosophie, Germanistik, Romanistik
seit 1991 Buddhist, Mitglied im Rat der Deutschen Buddhistischen Union
Übersetzer, Lateinlehrer und Autor, lebt und arbeitet in NĂŒrnberg; schreibt zur Zeit an einer umfangreichen Studie ĂŒber die Göttin Hekate.)

Mahamudra, das große Siegel, ist eine Meditationspraxis, die auf den Mahasiddha Tilopa zurĂŒckgeht und seit dem 11./12. Jahrhundert vor allem in der KagyĂŒ-Tradition ĂŒberliefert wird. Ziel dieser Meditationspraxis ist es, die wahre Natur des Geistes unmittelbar als leer, klar, rein und licht zu erkennen und dadurch befreit zu werden. Die Mahamudra-Praxis war anfangs umstritten, von Seiten der Sakya- und Gelug-Tradition wurde sie verdĂ€chtigt, nur zur Verwirklichung geistiger Ruhe (shamata) zu fĂŒhren (so etwa bei Khedrubje), und von Theravada-Seite wird sie auch heute noch gelegentlich des Äternalismus (nityĂąnta) verdĂ€chtigt. Auf der anderen Seite wird sie als das tibetische Zen gepriesen und darauf hingewiesen, dass es sich letztlich um eine vertiefte Form der Achtsamkeit als Geistbetrachtung (cittĂąnupassanĂą).
Die vorliegende Veröffentlichung stellt erstmals in deutscher Sprache einen der Ă€ltesten tibetischen Mahamudra-Texte vor. Er stammt von Jigten Sumgön (1143-1217), der 1179 das Kloster Drikung Thil grĂŒndete.
Mahamudra-Texte sind Praxis-Unterweisungen. Sie argumentieren nicht logisch, sondern sind als GedĂ€chtnisstĂŒtze und Inspiration fĂŒr SchĂŒler gedacht, die von einem qualifizierten Lehrer mĂŒndliche Unterweisungen erhalten haben. Den Weg zum Erwachen beschreiben sie mit den Begriffen Basis, Weg und Frucht: Die Buddhanatur, die alle Wesen besitzen, ist die Basis, der Dharmakaya die Frucht, der Weg ist das allmĂ€hliche Zur-Ruhe-Bringen des Geistes, das zum ‘Einsgeschmack’ (ro-gcig) und zur ‘Nicht-Meditation’ (sgom-med) fĂŒhrt. Über die non-duale Erfahrung, die dabei entsteht, heißt es im Text sehr schön: ‘In diesem Zustand gibt es weder einen sprachlichen noch einen gedanklichen Ausdruck fĂŒr die Natur des Geistes. Dennoch ist die leuchtende, unaufhörliche, kristallklare, authentische, nackte und lebendige Gewahrsamkeit der Natur des Geistes etwas Zu-Sehendes, das nicht gesehen wird, etwas Zu-Erfahrendes, das nicht erfahren wird, und etwas, dessen man sich sicher und gewiss wird – dennoch ist es sprachlich nicht ausdrĂŒckbar. Das ist ‚Einsicht’.’ (S. 41).
Der Text beschreibt die Praxis in Verbindung mit der Übung des tantrischen Gottheiten-Yoga und fĂŒhrt zahlreiche Zitate aus Sutras und Tantras an.
Die Übersetzung entstand in Zusammenarbeit mit Garchen Rinpoche und macht einen sehr guten Eindruck; als Anhang wurden vier kurze Gebete von Jigten Sumgön ĂŒbersetzt, die zur Kategorie der „Dohas“ gehören, d.h. der GesĂ€nge eines verwirklichten Meisters.

Werner Liegl

Aus der Drikung KagyĂŒ Tradition des tibetischen Buddhismus stammt der Text “Licht, das die Dunkelheit durchbricht” von Jigten Sumgön Ratnashri (1143-1217), den der Otter Verlag nun in einer direkten Übersetzung aus dem Tibetischen, von Dr. Jan-Ulrich Sobisch autentisch besorgt, vorgelegt hat.

Der Text versteht sich als Wegbeschreibung zur endgĂŒltigen Realisation, als Verschmelzung der gesamten Skala essentieller Kern-Unterweisungen von den Sutra- und Tantra-Lehren des Buddha. In guter tibetischer Tradition besteht er aus den Teilen “Widmung”, “Vorbereitung”, “Die eigentliche Praxis” und “Der Abschluss”.

Der beschriebene Weg verwendet die Visualisation des eigenen Körpers als tantrische Gottheit (Guru-Yoga) als Mittel zur Loslösung von den falschen Konzepten hinsichtlich des gewöhnlichen Körpers. Im Hauptteil wendet sich der Yogi dann ganz nach innen direkt zur Wahren Natur seines Geistes. Zur UnterstĂŒtzung der Praxis enthĂ€lt das Buch auch noch vier zusĂ€tzliche Lieder aus der gleichen Tradition um Jigten Sumgön.

FĂŒr intensiv Praktizierende des tibetisch-buddhistischen Wegs ist sicher von unschĂ€tzbarem Nutzen, dass der Text auf tibetisch und deutsch auf jeweils gegenĂŒberliegenden Seiten prĂ€sentiert wird. So kann er seiner Funktion als GedĂ€chtnisstĂŒtze optimal dienen.

Er wird allerdings nur unter praktischer Anleitung eines erfahrenen Meisters seine Wirkung auf den Geist des Praktizierenden voll entfalten können.