Herzensunterweisungen fĂŒr den buddhistischen Weg – Band 1

 14,90

Ein Kommentar zur ‚Juwelenschatzkammer guter RatschlĂ€ge‘

von Khenchen Könchog Gyaltsen Rinpoche

Khenchen Rinpoche interpretiert die alten Lehren von Drikung Bhande Dharmaradza, der Wiedergeburt des großen Drikung Dharmakirti, mit MitgefĂŒhl, Humor und einem klaren Bewusstsein um ihre Bedeutung fĂŒr unser heutiges westliches Leben. Wer die Lehren Buddhas ernsthaft studieren und praktizieren möchte, wird in diesem Buch einen unverzichtbaren Ratgeber finden.

Band 1: Grundlegende ErklÀrungen und die Praxis des Mahayana (274 Seiten)

[Band 2: Die Praxis des Vajrayana und die sechs Yogas von Naropa (236 Seiten)]

Beim Erwerb beider BĂ€nde erhĂ€lt man das Buch „Die Juwelenschatzkammer guter RatschlĂ€ge“ (500-008) kostenlos dazu.

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Beschreibung

DIE BUDDHISTISCHEN LEHREN bieten zahlreiche Methoden an, um mehr Sinn und GlĂŒck in unser Leben und unsere Beziehungen zu anderen zu bringen. In ‚Herzensunterweisungen fĂŒr den buddhistischen Weg‘ legt Khenchen Könchog Gyaltsen Rinpoche diese Methoden in einer direkten, lebendigen und bodenstĂ€ndigenSprache dar.
Im Mittelpunkt dieses Buches steht ‚Die Juwelenschatzkammer guter RatschlĂ€ge‘, ein von Drikung Bhande Dharmaradza (1704-1754), der Wiedergeburt von Drikung Dharmakirti, verfasster Text. Khenchen Rinpoche interpretiert diese alten Lehren mit MitgefĂŒhl, Humor und einem klaren Bewusstsein um ihre Bedeutsamkeit fĂŒr unser heutiges westliches Leben. Wer die Lehren Buddhas ernsthaft studieren und praktizieren möchte, wird in diesem Buch einen unverzichtbaren Ratgeber finden.

 

Leseprobe

Inhalt

Vorwort von S.H. Drikung Kyabgön Chetsang
Vorwort der Herausgeberin der englischen Ausgabe
Danksagung
Vorwort zur deutschen Ausgabe
EinfĂŒhrung
Die Juwelenschatzkammer guter RatschlÀge
Auflistung der ersten Zeilen der hundert Verse
Einleitende Verse
Allgemeine RatschlÀge
RatschlĂ€ge fĂŒr Meditierende
RatschlĂ€ge fĂŒr Mahayana-Praktizierende
RatschlÀge zu den sechs Vollkommenheiten
Anhang
Index
AusgewÀhlte Bibliografie


LESEPROBE (aus dem Kapitel “RatschlĂ€ge fĂŒr Meditierende”)

13    Das Ansammeln von Reichtum ist wie [der Fleiß von] Bienen, die Honig sammeln.
Wir werden durch ihn gefesselt und andere nehmen sich einfach davon.
Sammle deshalb durch die Praxis der Freigebigkeit Verdienst an.
Dies ist mein Herzensrat.

Das Ansammeln von Reichtum, verbunden mit dem Verlangen, in diesem Leben reich zu werden, ist vergleichbar mit dem Honigsammeln der Bienen. Dieser Besitz fesselt uns an Samsara und wird uns mit vielen Methoden, einschließlich Diebstahl und anderem, leicht von anderen abgenommen. Da dies zu einer Quelle von Leiden wird, erklĂ€rt dieser Vers die Übung von Freigebigkeit. Mit der Ansammlung von Reichtum soll­ten wir daher auch Verdienste ansammeln, indem wir Freigebigkeit ausĂŒben. Das Resultat von Freigebigkeit ist wahrer Reichtum, der in diesem und in zukĂŒnftigen Leben genutzt werden kann. Dieser Reich­tum kann verwendet werden, um das Erwachen zu erlangen. Was fĂŒr ein wunderbarer Reichtum!

In ‚Der kostbare Schmuck der Befreiung‘ erklĂ€rt der Erhabene Gam­popa Freigebigkeit mit einem Zitat aus dem ‚Sutra, das von dem Haus­hĂ€lter Drakshulchen erbeten wurde‘:
Was du gegeben hast, gehört dir; was im Haus verbleibt, gehört dir nicht.
Was du gegeben hast, besitzt Essenz; was im Haus verbleibt, hat keine Essenz.
Was gegeben wurde, muss nicht geschĂŒtzt werden; alles im Haus Aufbewahrte muss geschĂŒtzt werden.
Was man weggibt, ist frei von Furcht; alles im Haus ZurĂŒckgehal­tene wird mit Furcht festgehalten.
Was gegeben wurde, ist dem Erwachen nĂ€her; was im Haus ver­bleibt fĂŒhrt zu den Maras.
Die Übung der Freigebigkeit fĂŒhrt zu großem Reichtum; was im Haus bleibt, bringt nur wenig Besitz.
Was gegeben wurde, fĂŒhrt zu unerschöpflichem Wohlstand; was im Haus aufbewahrt wird, wird sich erschöpfen.

Milarepa sagte: „Der erste Eindruck von Wohlstand ist, dass dieser wie ein wunscherfĂŒllendes Juwel ist. SpĂ€ter, im zweiten Schritt, können wir ohne ihn nicht leben. Schließlich wird er zu einem Haken, der Diebe und RĂ€uber anzieht.“
Als Milarepa eines Tages von einem Ort zu einem anderen ging, warn­ten ihn die Dorfbewohner: „Geh nicht auf diesem Weg, er ist sehr ge­fĂ€hrlich.“ Er fragte sie: „Was fĂŒr eine Gefahr lauert dort?“ Sie erklĂ€rten ihm, dass es dort viele Diebe und RĂ€uber geben wĂŒrde. Milarepa lachte nur: „Aber ich besitze nichts, was man stehlen könnte.“ Er war so frei.
Bei einer anderen Gelegenheit meditierte Milarepa nachts in einer Höhle, als sich ein Dieb hereinschlich und in allen Ecken suchte, ob es etwas zu stehlen gab. Milarepa begann zu lachen und der Dieb fragte, was so lustig sei. Milarepa antwortete: „Wenn du hier in der Nacht etwas findest, was ich selbst bei Tageslicht nicht finden kann, bitte nimm es mit.“ Der Dieb lachte ebenfalls und ging.
Wohlstand zu besitzen und reich zu sein bedeutet also nicht unbedingt, dass man ein gutes Leben hat oder glĂŒcklich ist. Ein Esel mit einer Ladung Gold auf dem RĂŒcken hat sehr viel Gold, aber das macht ihn nicht glĂŒcklich, da er die Bedeutung von Reichtum nicht kennt oder nicht weiß, wie er diesen nutzen könnte. Ganz gleich, ob jemand reich ist oder nicht, das VerstĂ€ndnis dafĂŒr, wie man zufrieden ist und Wert­schĂ€tzung fĂŒr das, was man besitzt, entwickelt, ist das, was wirklich GlĂŒck bringt. Wenn wir das, was wir besitzen, wertschĂ€tzen und damit zufrieden sind, brauchen wir tatsĂ€chlich nur das zum Leben Notwen­dige.
Halte einen Augenblick inne und denke ĂŒber die Honigbienen nach, die jeden Tag ohne RĂŒcksicht auf das Wetter damit beschĂ€ftigt sind, Honig zu sammeln. Die Bienen haben kaum die Möglichkeit, ihren Honig zu genießen, da ihnen das meiste einfach von anderen weggenommen wird. Ebenso gibt es auch viele von uns, die arbeiten, ohne sich die Zeit zu nehmen, richtig zu essen oder auszuruhen, nur um ein wenig Besitz anzusammeln. Diese Vorgehensweise verursacht Leiden fĂŒr uns selbst und fĂŒr andere, ohne dass viel dabei herauskommt. Übe daher Freige­bigkeit, solange du ĂŒber Wohlstand verfĂŒgst.

Rezension

Rezension von Arne Schelling

Dieses auf Deutsch zweibĂ€ndige Werk ist die Übersetzung des modernen Klassikers “A Complete Guide to the Buddhist Path”, der auf den inspirierenden RatschlĂ€gen von Drikung Bande Dharmaradza (1704-1754), dem 2. Drikung Kyabgön Chungtsang, beruht. Der deutsche und der englische Titel treffen es genau: diese beiden BĂ€nde in den HĂ€nden zu halten, ist wirklich ein vollstĂ€ndiger Leitfaden fĂŒr den Pfad, aus dem Herzen eines wunderbaren Meisters, Khenchen Könchog Gyaltsen Rinpoche gesprochen. Rinpoche schafft es in diesen BĂŒchern aufs Neue, zeitlose tibetisch-buddhistische Weisheit einfach, klar und verstĂ€ndlich zu vermitteln, dass man direkt Lust bekommt, diese im eigenen Leben umzusetzen. Dabei werden all die kostbaren RatschlĂ€ge der drei Fahrzeuge des tibetischen Buddhismus gelehrt: Beginnend mit 39 grundlegenden Anweisungen ĂŒber die acht weltlichen Dharmas, Besitz, Freunde und Feinde, unser Bewusstsein, Entsagung, den Lehrer u.v.m. Darauf aufbauend lehrt Rinpoche in 11 RatschlĂ€gen das große Fahrzeug, dessen Herz die Bodhicitta-Praxis ist: eine wunderbare und essenzielle Zusammenfassung ĂŒber die vier unermesslichen QualitĂ€ten und die Praxis der sechs Vollkommenheiten. Zu meiner Überraschung folgt dann eine sehr umfassende ErklĂ€rung des dritten Fahrzeugs, dem Vajrayana, die ich so ausfĂŒhrlich (63 Verse) nicht erwartet hatte. Dabei werden zunĂ€chst die grundlegenden Themen behandelt – z.B. Guru, Samaya, die vier ErmĂ€chtigungen, Vajra-Stolz, Kyerim und Dzogrim u.v.m., um dann schließlich ĂŒber die Mahamudra-Praxis und die sechs Yogas von Naropa zu lehren. Zu guter Letzt geht Rinpoche noch auf das Resultat, die zehn Bhumis und die drei Buddha-Körper ein. Abgerundet wird der zweite Band von dem wie immer ausfĂŒhrlichen und umfassenden Glossar des Drikung KagyĂŒ Verlags.
Zusammenfassend kann ich nur sagen: ein Meisterwerk eines Meisters, fĂŒr solche, die es werden wollen.

Höchstes MitgefĂŒhl ist wie eine geschickte Mutter, die ihr Kind umsorgt.
Sie gibt die Bequemlichkeit auf und kĂŒmmert sich um das Wohl von anderen.
Entwickle deshalb den Mut des altruistischen Denkens.
Dies ist mein Herzensrat. (Vers 41)

Khenchen Könchog Gyaltsen Rinpoche
Herzensunterweisungen fĂŒr den buddhistischen Weg
Band 1: Grundlegende ErklÀrungen und die Praxis des Mahayana (274 Seiten)
Band 2: Die Praxis des Vajrayana und die sechs Yogas von Naropa (236 Seiten)
Drikung KagyĂŒ Verlag, Aachen, 2016