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Auf der Suche nach dem Reinen Nektar des Langen Lebens

 5,00

Grundlagen des tibetischen Buddhismus
von Khenpo K├Ânchog Gyaltsen Rinpoche

  • Drikung Kagy├╝ Verlag (DKV)
  • 2. Auflage 1996
  • 220 Seiten, 14 x 21 cm
  • Softcover, Klebebindung
  • ISBN: 3-922389-66-X / 978-3-922389-66-8

Artikelnummer: 500-001 Kategorien: , , Schlagw├Ârter: ,

Beschreibung

├ťber das Buch

“Auf der Suche nach dem Reinen Nektar des Langen Lebens” ist eine Zusammenstellung grundlegender buddhistischer Lehren und kurzer Meditationen und Gebete, die seit Jahrhunderten in Tibet studiert und praktiziert werden.
Es umfasst den direkten Pfad, der schnell zur Erleuchtung f├╝hrt. Neben den allgemeinen Grundlagen, die in allen Schulen des Buddhismus gelehrt werden, beschreibt das Buch ├ťbungen des Mahayana, wie die Entwicklung von Liebe und Mitgef├╝hl und die Sechs Vollkommenheiten. Die Praxis des Vajrayana ist im Tiefgr├╝ndigen F├╝nffachen Pfad zur Verwirklichung von Mahamudra zusammengefasst.
Die Bardo-Belehrungen erkl├Ąren die Prozesse im Zwischenzustand vom Sterben bis zur Wiedergeburt und verdeutlichen den Nutzen und Sinn einer spirituellen Praxis.
Mit den Meditationstexten und Gebeten werden kurze ├ťbungen vorgestellt, die im Tibetischen Buddhismus praktiziert werden, um den Geist an positive Aspekte zu gew├Âhnen und ein tieferes Verst├Ąndnis der Lehren zu bewirken.
Khenpo K├Ânchog Gyaltsen Rinpoche hat dieses Buch speziell f├╝r westliche Sch├╝ler geschrieben und es ist gleicherma├čen f├╝r neue Interessenten und fortgeschrittene Praktizierende geeignet.


Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Geleitwort S.H. Drikung Kyabg├Ân Chetsang Rinpoche
Vorwort des Herausgebers
Vorwort des Autors zur deutschen Ausgabe
Kurze Biographie des Autors
Die Drikung-Kagy├╝-Linie

Teil 1
Grundlegende Belehrungen

Die Buddha-Natur

Die Vier allgemeinen Grundlagen
– Der Kostbare Menschenk├Ârper
– Verg├Ąnglichkeit
– Samsara
– Karma

Die Praxis des Mahayana
– Die Praxis von Liebe und Mitgef├╝hl
– Bodhicitta
Zuflucht
Die zwei Arten von Bodhicitta
Die Praxis der Zufluchtnahme und die Entwicklung von Bodhicitta
Die Praxis des Bodhicitta des Strebens
Die Praxis der Sechs Paramitas

Die Praxis des Vajrayana
Die Praxis des Yidam
Das Guru-Yoga der vier Kayas
Mahamudra – Das gro├če Siegel
Die Widmung des Verdienstes
Die F├╝nf Pfade

Bardo-Belehrungen
Der Bardo des Sterbens
Der Bardo des Dharmata
Der Bardo des Werdens

Teil 2
Meditationen und Gebete
Hinweise zur Aus├╝bung der Meditationen
Chenresig
Kurze Chenresig-Meditation zur regelm├Ą├čigen Praxis
Erkl├Ąrungen zum Mantra von Chenresig
Die Schatzkammer der Wohltat und des Gl├╝cks
Buddha Amitabha
Buddha Amitabha-Meditation zur regelm├Ą├čigen Praxis
Gebet zur Wiedergeburt im Dewachen
Tara
Kurze Meditation der Wei├čen Tara
Bittgebet an die Taras, die sieben Sch├╝tzerinnen
Medizin-Buddha
Kurze Meditation des Medizin-Buddha

Glossar                                                                                 

Kontaktadressen

Leseprobe

Die Praxis von Liebe und Mitgef├╝hl als ein Mittel gegen eigenn├╝tziges Denken
Wenn wir gro├če Liebe zu allen f├╝hlenden Wesen entwickelt haben, entstehen grenzenlose heilsame Wirkungen, denn eine derartige Liebe ist wie eine Opferung an alle Buddhas. Alle anderen Wesen f├╝hlen sich zu uns hingezogen und wollen uns besch├╝tzen. Dieser Zustand bewirkt Frieden und Gl├╝ck f├╝r uns selbst und wird der gesamten Umgebung nutzen. Wir werden weder unter Waffen noch unter Gift zu leiden haben, unsere W├╝nsche erf├╝llen sich m├╝helos, und wir werden in h├Âheren Bereichen wiedergeboren.
Indem man Liebe entwickelt, ist man nicht dem eigenen Frieden und Gl├╝ck verhaftet, sondern denkt vielmehr an andere. Liebe ist der geistige Zustand, in dem man sich w├╝nscht, dass alle f├╝hlenden Wesen Gl├╝ck und die Ursachen von Gl├╝ck erfahren m├Âgen. Das Ziel jeglicher Bem├╝hungen ist das Wohlergehen aller ohne Ausnahme.
Bevor wir Liebe zu allen f├╝hlenden Wesen entwickeln, denken wir zuerst ├╝ber die Liebe nach, die unsere M├╝tter im Laufe vieler Jahre f├╝r uns gehabt haben. Als wir geboren wurden, waren wir wie ein kleines Insekt, unf├Ąhig, irgend etwas zu tun. Da-nach gab uns unsere Mutter zu essen und zu trinken. Sie opferte sich auf, um uns Kleidung und Unterkunft zu geben und versuchte, uns auch sonst zu erfreuen. Selbst, wenn es ihr an geeigneten Mitteln mangelte, versuchte sie, uns alles zu geben, was wir brauchten. Alles, was sie f├╝r ihr Kind ben├Âtigte, erlangte sie durch schwere Arbeit. Unsere Mutter besch├╝tzte uns au├čerdem vor Feuer, Wasser, St├╝rzen und anderen Gefahren. Sie sorgte sich ├╝ber unsere Gesundheit und unser Wohlergehen. Wir wussten nichts, als wir geboren wurden, doch unsere Mutter lehrte uns sprechen, freute sich selbst ├╝ber unsere ersten unsicheren Worte und Schritte, ├╝berwachte un-sere Erziehung und hoffte, sie k├Ânnte uns zum Besten von allen machen.
Wenn ein Freund uns ein wenig behilflich ist oder uns eine Tasse Tee anbietet, sind wir sehr dankbar. Deshalb sollten wir einmal dar├╝ber nachdenken, wie viel mehr an Dankbarkeit unsere Mutter verdient, die so viel f├╝r uns getan hat.
Als N├Ąchstes meditieren wir ├╝ber die Tatsache, dass wir in unz├Ąhligen Leben immer wiedergeboren wurden. Daher sind alle f├╝hlenden Wesen irgendwann einmal unsere M├╝tter gewesen. Deshalb vergegenw├Ąrtigen wir uns, dass alle Wesen g├╝tig zu uns gewesen sind. Diese G├╝te k├Ânnen wir zur├╝ckgeben, indem wir Liebe praktizieren und allen Gl├╝ck und die Ursachen von Gl├╝ck w├╝nschen. Die Liebe, die wir f├╝r unsere Mutter empfinden, dehnen wir auf unsere Verwandten, unsere Freunde, unsere Landsleute und schlie├člich auf jedermann aus, einschlie├člich derer, die wir als unsere Feinde betrachten.
Kyobpa Jigten Sumg├Ân sagte:

“Wenn man nicht liebevoll ├╝ber seine Mutter denken kann,
soll man an einen lieben Freund denken
und dieses Gef├╝hl von dort ausdehnen.”

Mitgef├╝hl ist der Wunsch, alle f├╝hlenden Wesen m├Âgen frei sein vom Leiden und den Ursachen des Leidens. Wenn unsere Mutter oder ein enger Freund eine Krise erleben, ist es unsere Aufgabe, ihnen zu helfen. Selbst, wenn unsere Mutter oder ein enger Freund verr├╝ckt sind, versuchen wir, ihnen zu helfen. In der gleichen Weise sollten wir allen f├╝hlenden Wesen, die durch die drei Geistesgifte (Begierde, Hass, Unwissenheit) verblendet sind, helfen und versuchen, ihre Sichtweise zu ├Ąndern.
Wenn jemand gro├čes Mitgef├╝hl zu allen Wesen entwickelt hat, wird er die Qualit├Ąten eines Buddha erlangen. Das ununterbrochene ├ťben von Mitgef├╝hl ist ein geschicktes Mittel in der Praxis der Bodhisattvas.

Liebe und Mitgef├╝hl
sind die Essenz der Weisheit des Buddha.
Sie sind der Nektar, der alles in die Arznei verwandelt,
durch die die Krankheiten des Geistes geheilt werden.
Sie sind das Licht der Weisheit,
das die Dunkelheit der Unwissenheit vertreibt.

Bodhicitta als Mittel gegen das Unverst├Ąndnis dar├╝ber, wie man Erleuchtung erlangt
Zuflucht

Bevor wir Bodhicitta entwickeln, m├╝ssen wir zuerst das Zufluchtsritual kennen und durchf├╝hren. Machtvolle weltliche Gottheiten, Berge, gewaltige B├Ąume, G├Âtter, Nagas, Eltern oder andere Verwandten k├Ânnen uns keine Zuflucht gew├Ąhren. Der Grund daf├╝r ist, dass derjenige, der Zuflucht gibt, frei von allen ├ängsten, Leiden und den Ursachen des Leidens sowie frei von Verwirrung sein muss. Da gew├Âhnliche Wesen nicht frei von Leiden sind, k├Ânnen sie kein Objekt der Zuflucht sein.
Die drei Objekte der Zuflucht sind:

Der Buddha als derjenige, der vollkommen frei von Verwirrung, Furcht und Leiden ist
Der Dharma als der einzige Weg, Buddhaschaft zu erlangen
Die Sangha als die einzige Gemeinschaft, in der der Dharma praktiziert wird.
Unwissenheit, Hass und Begierde sind die drei Gifte des Samsara.
Der Buddha ist frei von diesen drei Giften.
Der Buddha wird der Macht dieser Gifte ein Ende bereiten.
Der Dharma ist frei von Giften.
Durch die Macht des Dharma werden die Gifte gereinigt.
Die Sangha ist makellos.
Durch die Macht der Wesensart dieser vortrefflichen Gemeinschaft
werden die Gifte gereinigt.

Rezension

Khenpo K├Ânchog Gyaltsen Rinpoche hat bereits eine ganze Reihe von B├╝chern verfasst, die nicht nur unter Anh├Ąngern der Drikung Kagy├╝ Schule ein gro├čer Erfolg sind. Eines dieser B├╝cher, Auf der Suche nach dem Reinen Nektar des Langen Lebens – Grundlagen des Tibetischen Buddhismus, ist in deutscher Sprache erschienen.
In diesem Buch hat Khenpo K├Ânchog Gyaltsen Rinpoche Grundlagen der buddhistischen Lehre und Praxis zusammengestellt, die sowohl f├╝r Anf├Ąnger als auch f├╝r fortgeschrittene Praktizierende als Basis dienen. Es erl├Ąutert die ├ťbungen des Tiefgr├╝ndigen F├╝nffachen Pfades zur Entwicklung von Mahamudra, beschreibt die Prozesse im Zustand zwischen Tod und Wiedergeburt und stellt Meditationen und Gebete des Tibetischen Buddhismus vor. Ein Glossar erkl├Ąrt die umfangreichen Bedeutungen von tibetischen und Sanskrit-Worten.
Die Drikung Kagy├╝ Tradition versteht sich als eine Praxislinie, die die absolute Erkenntnis des Buddha durch eine ununterbrochene ├ťbertragungslinie von erleuchteten Meistern bis in die heutige Zeit ├╝berliefert hat. Um praktizieren zu k├Ânnen, braucht man Anweisungen. ÔÇ×Ohne Anweisungen zu praktizieren,ÔÇť so sagen die fr├╝heren Lamas, ÔÇ×gleicht einer Person, die ohne Arme und Beine zu haben, versucht, einen Berg zu besteigen.ÔÇť In dieser Hinsicht ist Ven. Khenpo K├Ânchog Gyaltsen’s Buch au├čerordentlich kostbar f├╝r westliche Praktizierende. Es enth├Ąlt eine Sammlung von tantrischen ├ťbungen und Meditations┬ştexten, die von den fr├╝heren Meistern der Linie verfasst wurden. Zus├Ątzlich zu diesen ├ťbungen hat Rinpoche auch die dazugeh├Ârigen Anweisungen ├╝bersetzt.
Der praktische Nutzen dieses Buches wird von S.H. Kyabg├Ân Chetsang Rinpoche wie folgt im Vorwort beschrieben: ÔÇ×Dieses Buch ist eine gro├če Quelle der Inspiration, es gleicht einer erbl├╝henden Blume, und es ist wie ein Festmahl f├╝r die Dharma-Praktizierenden. Dieses Buch ist sowohl f├╝r Anf├Ąnger als auch f├╝r Fortgeschrittene ein praktischer F├╝hrer, denn es ├╝bermittelt die Essenz der Dharma-├ťbungen.ÔÇť
Im Vorwort des Herausgebers hei├čt es: ÔÇ×Auf der Suche nach dem Reinen Nektar des Langen Lebens enth├Ąlt die kurz zusammengefa├čten Erkl├Ąrungen allgemeiner Grundlagen, einschlie├člich wichtiger Grundlagen des Mahayana und Vajrayana. Kurze Meditationen und Gebete zur t├Ąglichen Praxis werden im zweiten Teil des Buches vorgestellt.ÔÇť
Dieses Buch ist eine Anleitung f├╝r jene, die ├╝ber eine Motivation verf├╝gen, wie sie in den vier Dharmas von Gampopa beschrieben wird. S.H. Kyabg├Ân Chetsang Rinpoche zitiert Gampopa in seinem Vorwort: ÔÇ×Ich bete, dass durch die ├ťbungen dieses Buches alle Praktizierenden ihren Geist zum Dharma hinwenden, dass ihre ├ťbung zum Pfad werden m├Âge, da├č ihr Pfad die Verblendung ├╝berwinden m├Âge, und da├č diese Verblendung zur urspr├╝nglichen Weisheit umgewandelt werden m├Âge.”

Ngawang Tsering


Die hier zusammengestellten Belehrungen des tibetischen Lehrers der Drikung-Kagy├╝-Tradition geben einen kurzgefassten ├ťberblick ├╝ber die wesentlichen Elemente des ├ťbungsweges. Eine Darstellung, die sowohl der anf├Ąnglichen Orientierung dienen als auch als Nachschlagewerk genutzt werden kann. Auf der Basis von Gampopas Standardwerk ÔÇ×Der kostbare Schmuck der BefreiungÔÇť geht es nach kurzem Verweis auf die Buddha-Natur als Basis, die allen f├╝hlenden Wesen eigen ist, um ÔÇ×Die vier allgemeinen GrundlagenÔÇť. Es sind die Themen der Kontemplation, wie sie in den tibetischen Traditionen f├╝r den Anfang des Weges zur Erleuchtung (in der Gelug-Schule Lamrim genannt) ÔÇô aber gewiss auch f├╝r sp├Ątere ├ťbungsphasen ÔÇô zusammengestellt wurden: der kostbare Menschenk├Ârper, Verg├Ąnglichkeit, Samsara und Karma. Zahlreiche Listen zu wichtigen Stichworten ÔÇô etwa die zehn unheilsamen und die zehn heilsamen Handlungen ÔÇô machen das Buch gut geeignet, um sich dieser Dinge in ├╝bersichtlich dargebotener Form relativ rasch zu vergewissern oder sie sich lernend anzueignen. Im Kapitel ÔÇ×Die Praxis des MahayanaÔÇť geht es um Liebe und Mitgef├╝hl, Bodhicitta, Zuflucht und die sechs Paramitas. Um die tibetische ├ťbungspraxis vollst├Ąndig darzustellen, folgen abschlie├čend ÔÇô anders als bei Gampopa ÔÇô noch die Kapitel ÔÇ×Die Praxis des VajrayanaÔÇť, sowie die relativ ausf├╝hrlichen ÔÇ×Bardo-BelehrungenÔÇť. Teil zwei des Buches enth├Ąlt ÔÇ×Meditationen und GebeteÔÇť zu Chenresig, Buddha Amitabha, Tara und dem Medizin-Buddha. Ein Glossar mit vielen n├╝tzlichen Erl├Ąuterungen rundet den gehaltvollen Band ab.

Dagmar Doko Wask├Ânig (Zen-Lehrerin Hannover)

Buddhismus Aktuell 3/2004, gek├╝rzte Version

Zus├Ątzliche Informationen

Buchausf├╝hrung

Buch, eBook