Finanzierung der Zentrumsaktivit├Ąten

Wir möchten den Rundbrief von Zeit zu Zeit dazu nutzen, Euch verschiedene Projekte des Aachener Zentrums vorzustellen und die finanziellen Aspekte zu erklären in der Hoffnung, mehr Verständnis zur Unterstützung der Zentrumsaktivitäten zu vermitteln. Damit möchten wir niemand belasten, der/die sich bereits anstrengen, ihre Beiträge und die notwendige Zeit zum Besuch des Zentrums oder ehrenamtliche Hilfe aufzubringen. Aber vielleicht gibt es doch den ein oder anderen, der/die gern mehr über die materiellen Hintergründe erfahren möchte und dadurch bereit ist, diese Arbeit in Zukunft stärker zu unterstützen.

Es ist eine wichtige Aufgabe des Zentrums, neben einführenden und regelmäßigen Veranstaltungen auch weiterführende Studien- und Praxismöglichkeiten anzubieten und Angebote zur Weiterbildung zu etablieren. In den meisten Traditionen in buddhistischen Ländern ist es üblich, dass die Veranstaltungen kostenlos besucht werden können, wobei es aber genauso üblich ist, dass immer wieder großzügige Spenden und Opferungen von Familien oder Einzelpersonen an die Klöster und die spirituellen Lehrer dargebracht werden. Auf diese Weise wird für den Aufbau und Erhalt der buddhistischen Einrichtungen und für den notwendigen Lebensunterhalt von LehrerInnen, Mönchen, Nonnen oder Praktizierenden, die sich in einem Retreat befinden, gesorgt, ohne dass dies erklärt oder gefordert werden muss. Hierzulande fehlen uns aber die notwendigen Informationen darüber, wie buddhistische Organisationen arbeiten und sich finanzieren. Ich gehe einmal davon aus, dass sich die meisten keine Gedanken darüber machen, wie die Veranstaltungen organisiert sind und dass sich neben ehrenamtlichen Arbeiten immer mehr Menschen "Hauptberuflich“ den notwendigen, regelmäßigen Aufgaben widmen und nach einer gewissen Zeit eine entsprechende Unterstützung zu ihrem Lebensunterhalt benötigen.

In manchen westlichen Ländern (insbesondere in Deutschland – vielleicht auf Grund der Gewohnheit an die Kirchensteuer) ist man auch daran gewöhnt, dass viele Angebote aus Steuergeldern bezahlt werden und zur Verfügung stehen, so dass Spenden in diesem Bereich eher auf der Ebene des "Klingelbeutels“ angesiedelt sind. Gerade in Aachen kann man z.B. einen bemerkenswerten Unterschied zwischen Gästen und Teilnehmern aus dem benachbarten Holland oder dem eigenen Land feststellen!

Da die Spenden und Mitgliedsbeiträge nicht ausreichen, die allgemeinen Kosten für den Aufbau und Erhalt eines Zentrums aufzubringen, werden für einige Kurse und Seminare Beiträge erhoben. Diese Einnahmen entsprechen in der Regel nicht dem Aufwand, insbesondere wenn es sich um Veranstaltungen für relativ kleine Gruppen handelt. Auch Reisekosten und Honorare von LehrerInnen und ReferentInnen, die von außerhalb anreisen, können nur aufgebracht werden, wenn eine größere Anzahl von Teilnehmern zusammenkommt.

Andererseits sind höhere Beiträge für die Veranstaltungen nicht die Lösung, insbesondere, wenn die Teilnehmer häufiger Seminare besuchen möchten. Daher sind die Zentren auf Spenden und Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge angewiesen. Diese sind aber nicht im Sinne einer Aufrechnung in bezug auf eine Gegenleistung zu verstehen, sondern dienen dazu, die Entwicklung des Buddhismus zu fördern.

Daher bitten wir die Seminarteilnehmer sowie die Freunde und Mitglieder des Zentrums immer wieder um ihre Unterstützung durch großzügige Spenden auf unser Zentrumskonto. Seht Euren Beitrag als eine Spende für alle anderen, unterstützt die Veranstaltungen durch einen Extra-Beitrag, wenn es möglich ist oder wenn es Euch besonders gut gefallen hat. Unterstützt die LehrerInnen und SeminarleiterInnen mit einem kleinen Dankeschön (z.B. in einem kleinen Umschlag) oder bringt einfach mal Blumen für den Altar mit. Vielleicht könnt ihr auch noch einmal über Euren Mitgliedsbeitrag nachdenken und ihn anpassen.

Ich glaube, dass die Übung von Großzügigkeit wirklich einen großen Nutzen für den eigenen Geist und die Entwicklung hat, auch wenn sich das manchmal so anhört, als ginge es dabei nur um Geld für das Zentrum. Daher äußere ich mich eigentlich ungern über solche Aspekte, aber vielleicht versteht der ein oder andere, dass die materiellen Gaben nur der Ausdruck einer Geisteshaltung sind. Wenn der Geist offen ist und wenn man die Freude erleben kann, die mit dem Geben verbunden ist, kann sich so viel entwickeln!

Wir sind nur ein kleiner Verein, aber durch die aus dem Herzen kommenden Bemühungen vieler Helfer und Mitarbeiter und viele große und kleine Spenden und Beiträge, die oft unter großen Mühen über Jahre hinweg aufgebracht wurden, sind jetzt viele Aktivitäten und Projekte möglich. Nach 25 Jahren können wir m.E. doch ein wenig stolz darauf sein, wie sich dieses Zentrum mehr oder weniger aus dem Nichts heraus entwickelt hat. Nun geht es darum, das Geschaffene zu erhalten und auch in Zukunft Interessierten die Möglichkeit zu bieten, die kostbare Lehre des Buddha kennen zu lernen und in ihr Leben aufzunehmen. Es geht nicht nur um einige wenige, die diese Geisteshaltung und/oder die nötigen finanziellen Mittel haben, sondern um eine Gemeinschaft, die – auch unbekannterweise – über das gemeinsame Zentrum oder eine Gruppe miteinander verbunden ist.

Ich wünsche mir sehr, dass wir über die bisherigen Angebote hinaus und die dafür notwendigen Beiträge in die Lage kommen, mehr Veranstaltungen auf Spendenbasis anbieten zu können oder zumindest bedürftigen Menschen auch auf der materiellen Ebene zu helfen, indem wir sie von Beiträgen für Veranstaltungen freistellen oder ihnen vielleicht für eine ehrenamtliche Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung geben können. Das funktioniert natürlich nur, wenn es auch Leute gibt, die etwas mehr geben, um den Dharma im Westen zu fördern und die Zentrumsaktivitäten zu unterstützen, so dass die Grundkosten (Miete, Energieverbrauch, Lebensunterhalt der festen Mitarbeiter, Einrichtung usw.) finanziert werden können.

Möge es vielen Wesen von Nutzen sein.

     Tändsin T. Karuna

Aus Rundbrief 1/2008