Editorial 2/2019

Liebe Mitglieder und Freund*innen,

Altes vergeht – Neues entsteht… Die UnbestĂ€ndigkeit aller Dinge schafft den Raum, sodass sich Neues entwickeln kann. Gerade der FrĂŒhling ist eine gute Jahreszeit, um sich dies bewusst zu machen. Es gibt allerdings auch Erkenntnisse wie z.B. die UnbestĂ€ndigkeit selbst, die zeitlos sind, weil sie die grundlegende Bestehensweise der Wirklichkeit beschreiben. Der Dharma – die Lehre des Buddha – ist so etwas. NatĂŒrlich mĂŒssen Methoden oder bestimmte Verhaltensempfehlungen aufgrund gesellschaftlicher VerĂ€nderungen immer wieder angepasst werden, aber der Kern der Lehre, der beschreibt, wie der Geist und alle anderen PhĂ€nomene auf relativer und absoluter Ebene existieren und miteinander in Verbindung stehen, bleibt gleich.

Daher sind die Lehren des Buddha und anderer verwirklichter Meister auch heute noch so aktuell wie vor hunderten von Jahren. Khenpo Tamphel wird ĂŒber Pfingsten weitere spannende ErklĂ€rungen zu den Vajra-Aussagen von Kyobpa Jigten Sumgön geben. ‘Gongchig – das einzige Ansinnen’ – heißt die Zusammenstellung der Aussagen dieses hochverwirklichten Meisters aus dem 12. Jhdt. Es geht dabei darum, dass die verschiedenen Wege, die der Buddha gelehrt hat, letztlich nur eine Intention haben, obwohl es auf den ersten Blick manchmal nicht so aussieht. NĂ€heres dazu in einem Artikel und in der Veranstaltungsbeschreibung.

Der Dharma versucht die Wirklichkeit zu beschreiben und gibt uns geschickte Methoden an die Hand. Aber weder die philosophischen Aussagen noch die Methoden selbst sind das, worum es eigentlich geht. Um die tiefgrĂŒndigen Erkenntnisse, die der Buddha gemacht hat, nach und nach selbst erfahren zu können, ist es notwendig, den Geist von Verdunkelungen zu reinigen. Die Praxis des Vajrasattva ist ein exzellentes Mittel, angesammeltes negatives Karma zu reinigen und sich von seinen Ursachen, den störenden GefĂŒhlen, zu verabschieden. Alle, die die Vajrasattva-Meditation kennen, können gerne zu den drei PSP-Tagesseminaren (PSP 4, PSP 5, PSP 6) dazukommen, um ihre Kenntnisse aufzufrischen und zu vertiefen. Insbesondere die Vajrasattva-Praxistage nach Fronleichnam bieten eine gute Möglichkeit fĂŒr intensive Meditation.

Den Tag der offenen TĂŒr am 1. Mai empfehlen wir Neu-Interessierten zum Kennenlernen des Zentrums und fĂŒr erste EindrĂŒcke vom Buddhismus. Es gibt aber auch eine Reihe von anderen Veranstaltungen, die sich fĂŒr den Einstieg in die buddhistische Lehre und Meditation gut eignen: verschiedene VortrĂ€ge, ein regelmĂ€ĂŸiger Kurs am Mittwochabend und ein Tagesseminare zur EinfĂŒhrung in den Buddhismus, zur Praxis der liebenden GĂŒte oder zur heilsamen Entspannung.

Wir wĂŒnschen einen erkenntnisreichen FrĂŒhling
Christian Licht