Der Dialog bezieht Stellung

Am 4JubilÀum 10 Jahre Dialog, Super Mittwoch vom 25.11.2015. November beging der Dialog der Religionen der Stadt Aachen sein 10-jÀhriges Bestehen mit einer Feierstunde in der Nadelfabrik. Unser Zentrum ist seit gut 5 Jahren Mitglied des Dialogs. Es war ein schöner Abend, der die Entwicklung des Dialogs aufzeigte und Vertreter der beteiligten Religionen erzÀhlen lies. Einige Tage spÀter kam leider erneut der Terror nach Paris und diese schrecklichen Ereignisse machten uns die Bedeutung der Dialogs eindringlich klar, der sich einheitlich ganz entschieden gegen diese grausamen Taten aussprach, die von keiner der Religionen gerechtfertigt werden können (Stellungnahme des Dialogs der Religionen).

Es kommen immer wieder die Forderung auf, dass sich die muslimischen Gemeinschaften entschiedener gegen die extremistischen Gruppen abgrenzen sollten. Zum einen geschieht das, doch wird es in der Öffentlichkeit nicht entsprechend wahrgenommen oder von der Presse ausreichend veröffentlicht (Verurteilung der menschenverachtenden AnschlĂ€ge in Paris), zum anderen fĂŒhlen sich die Muslime selbst betroffen und haben keinerlei Sympathie oder Verbindung zu diesen Extremisten, die die Religion fĂŒr ihre Zwecke missbrauchen. Der Großteil der Personen, die durch den sogenannten IS getötet werden, sind Muslime. FĂŒr die Extremisten sind die “normalen” friedlichen Muslime keine wirklichen GlĂ€ubigen und daher bedrohen oder töten sie sie sogar. Von den Nicht-Muslimen werden die friedlichen Muslime aber hĂ€ufig auch skeptisch oder feindselig betrachtet. So werden sie gleich von zwei Seiten bedrĂ€ngt.

PressegesprĂ€ch mit Dialog, Aachener Nachrichten vom 4.12.2015Aus diesem Grund appelliert der Aachener OberbĂŒrgermeister Marcel Philipp in einem gemeinsamen PressegesprĂ€ch mit Vertretern des Dialogs der Religionen an die BĂŒrger der Stadt, dass wir die Muslime nicht alleine lassen dĂŒrfen. Der Dialog seinerseits versucht seit vielen Jahren durch Veranstaltungen wie den Tag der Integration oder das Friedensmahl Möglichkeiten fĂŒr das Kennenlernen und Verstehen zwischen Personen verschiedener Herkunft und Religion zu schaffen. So wird am Sonntag, 17. Januar, ab 15 Uhr im Ballsaal des alten Kurhauses (Komphausbadstr. 19) unter dem Titel “Von Fremden zu Freunden” das siebte Friedensmahl stattfinden. Es ist eine Chance, um nicht ĂŒbereinander, sondern miteinander zu reden und zu essen.

Christian Licht